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Cochlear Implantate

Taub und trotzdem Hören

Hoeren-mit-Cochlear-Implantaten

Was sich wie ein Widerspruch anhört, scheint durch den Einsatz moderner Technik kein Problem mehr zu sein. Viele taube und schwerhörige Menschen haben ihre Hoffnung auf eine elektronische Hörhilfe gesetzt, die sich Cochlear-Implantat nennt. Diese Hörprothese ermöglicht es ihnen, wieder zu hören. Entscheidend für den Erfolg des Implantats ist eine intensive Nachbehandlung.

Voraussetzungen für Cochlear-Implantate

Die Technik ermöglicht nicht allen Menschen das Hören. Voraussetzung ist eine beidseitige Taub- bzw. Schwerhörigkeit, die mit Hilfe von Hörgeräten nicht ausgeglichen werden kann. Des Weiteren muss der Hörnerv völlig intakt sein. Der Grund für den Gehörschaden darf also nur im Innenohr liegen. Nur dann ist das Einsetzen eines Cochlear-Implantats erfolgversprechend.

Die Hörprothese arbeitet nach einem einfachen Prinzip. Sie überbrückt die im Innenohr vorliegende Fehlfunktion. Schall wird durch einen am Körper getragenen Sprachprozessor in elektronische Impulse umgewandelt. Das Implantat, das operativ im Ohr angebracht werden muss, empfängt diese Signale und leitet den elektronischen Reiz an den Hörnerv weiter.

Dadurch entsteht im Gehirn trotz Schwerhörigkeit ein Höreindruck. Besonders für Kinder, die gehörlos auf die Welt kommen, stößt das Cochlear-Implantat die Tür zur Welt des Schalls auf. Bei einer angeborenen Taubheit wird das Hörzentrum im Gehirn nicht durch Geräusche aktiviert. So bleiben dem Kind alle Vorstufen der Sprachanbahnung und damit grundlegende Voraussetzungen für eine normale Entwicklung vorenthalten. Je früher ein Implantat eingesetzt wird, desto größer sind die Chancen, dass ein Kind diese Nachteile aufholt.

Die Rahmenbedingungen für diesen medizinischen Eingriff sind ideal. Die Implantation dauert nur circa zwei Stunden und ist vom Risiko her mit einer Mandeloperation zu vergleichen. Die gesamten Kosten werden von der Krankenkasse übernommen und in vielen Städten gibt es Krankenhäuser, die diesen Eingriff vor nehmen.

Einsatz ist gefragt

Jeder Patient muss zunächst lernen, mit dem Implantat zu hören. Da der Höreindruck im Gehirn künstlich erzeugt wird, stimmt er nicht ganz mit dem eines gesunden Gehörs überein. Der Patient muss lernen, die Geräusche seiner Umwelt richtig zuzuordnen. Implantatträger, die ihr Gehör erst durch einen Unfall oder eine Krankheit verloren haben, müssen ihre alten Hörerfahrungen den neuen anpassen. Der Erfolg des Cochlear-Implantats wird erst durch eine intensive Rehabilitation gesichert.

Besonders bemüht man sich um Kinder, die gehörlos geboren wurden. Kaum jemand kann sich vorstellen, was in ihnen vorgeht, wenn sie plötzlich etwas hören. Die neuen Erfahrungen, die sie dabei machen, überfordern sie. Deshalb werden auch die Eltern in die Therapie miteinbezogen.

Obwohl bekannt ist, dass das Implantat ohne Nachsorge erfolglos ist, ist es immer in Gefahr, vernachlässigt zu werden. Die Therapie ist mühsam und Erfolg stellt sich nur langsam ein. Vielleicht stehen deshalb meist Selbsthilfegruppen hinter den CochlearImplantatCentren. Die Mitglieder, meist selber Implantatträger, wissen um die Probleme während der Rehabilitation.

Das Cochlear-Implantat kann einem Tauben nicht das Gehör zurückgeben. Aber es vermittelt ihm einen Eindruck der ihn umgebenden akustischen Welt.

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